Um die Auswirkungen des fHL (funktionneller Hallux Limitus) auf Knieprobleme zu verstehen, muss man das Kniegelenk in den globalen Kontext des unteren Glieds setzten und in Bezug zur Bewegung setzen, indem man seine Funktionsweise beim Laufen analysiert. Das Knie ist ein Kondylus-Gelenk, das beim Gehen durch das Anspannen des Popliteus-Muskels, sobald die Ferse den Boden berührt, bei Rotationsbewegungen so gut wie fixiert ist. Somit ist die Rotationskomponente des Knies beim Gehen unwesentlich. Diese kann sich allerdings frei gestalten, wenn das Knie gebeugt ist und somit der Kondylus-radius kleiner, der Kapsel-Band-Apparat weniger gespannt und die Menisken freier beweglich sind.

Das Knie funktioniert also beim Gehen wir ein Scharniergelenk, so wie der Knöchel. Die darüber liegende rotierende Komponente wird durch die Hüfte dargestellt und die darunter liegende durch das untere Sprunggelenk. Diese beiden Gelenke werden durch Ihre anatomischen Gemeinsamkeiten von den Anglo-Saxonen «ball-in-the-socket joints» genannt und von Professor Pisani die coxae pedis und - femoris. Er hat unglaublich gut die Auswirkungen der Coxa pedis auf die Gehmechanik beschrieben. Beide Gelenke sind voneinander abhängig. Falls eines von Ihnen blockiert ist, muss das Andere die umgekehrte Bewegungsrichtung verfolgen oder versuchen, ihr durch die Kraft der Stabilisierungsmuskulatur zu widerstehen. Das ist genau, was im Falle eines fHL vorkommt, wenn das untere Sprunggelenk blockiert ist. Die Hüfte wird in der Standphase in innere Rotation (medial collapse) und während des Fersenansatz in äussere Rotation versetzt, was zu einer Hebelwirkung am Gesäss führt, das somit seine Effizienz verliert. Und das Knie? Es wird in eine Teufelsspirale getrieben, schlecht positioniert in einer Drehbewegung mit einer Muskulatur, die schlecht synchronisiert ist und es nicht beschützen kann; darunter leidet es. Das Knie ist oft die Zielscheibe dieser Funktionsstörung und muss unter Schmerzen leiden. Es ist auch verletzlicher und Verstauchungen ausgesetzt.