Der Hallux valgus ist die Folge einer nicht vollständigen Dislokation des Metatarsophalangeal-Gelenks des 1.Strahls. Die innere Kapsel (medial) zerreißt, der 1.Mittelfussknochen entfernt sich vom 2.und der 1.Zeh dreht sich zum 2.Zeh. Man findet durchgängig ein Absacken des Vorderfußes und häufig liegt eine Retraktion des 2.Zehs zu einem „Hammerzeh“ vor.

Verschiedene Ursachen werden als auslösende Faktoren für diese Deformation angesehen: familiäre Prädisposition, Schuhe mit hohen Hacken, zu enge Schuhe, ein kurzer 1.Mittelfussknochen, Übergewicht, usw…Der funktionelle Hallux Limitus ist jedoch der hauptsächliche Grund der Fehlstellung und man findet ihn in der Regel beim Hallux valgus wieder. Die klinische Untersuchung zeigt einen positiven Stretch Test des fHL in 98% der Fälle, trotz der Zehenfehlstellung.

Da wir diesen Faktor als prädisponierend betrachten, verbinden wir immer eine Freistellung der Sehnenscheide des langen Zehenbeugers mit einer chirurgischen Korrektur des Hallux valgus.

Wenn die Fehlstellung erwiesen und symptomatisch ist, schlagen wir eine chirurgische Behandlung vor, um den 1.Mittelfussknochen gerade auszurichten, verbunden mit einer Zentrierung des Sesambeins, indem die äußeren und inneren Strukturen gelockert werden, sowie eine Rekonstitution der medialen Gelenkskapsel des 1.Metatrsophalangeal-Gelenks. Eine Korrektur des Grundglieds des großen Zehs wird manchmal zusätzlich zur Knochenkorrektur des 1.Mittelfussknochens durchgeführt. Falls nötig, kann man die anderen Zehfehlstellungen im gleichen Zug korrigieren. Eine endoskopische Tenolyse des langen Zehenbeugers wird grundsätzlich vorgeschlagen, um der Gelenksstarre des 1.Metatarsophalangealgelenks vorzubeugen und das Rezidivrisiko einer Fehlstellung zu mindern.