Das Tractus-Iliotibialis-Syndrom wird auch Scheibenwischer-Syndrom oder Läuferknie genannt und bildet die Interaktion zwischen Fuss und Knie während einer Bewegung ab. Dieses schmerzhafte Syndrom tritt hauptsächlich beim Joggen auf, daher der Name Läuferknie. Die Schmerzen zeigen sich ausschliesslich auf der äusseren Seite des Knies, wo ein sehniger Streifen am Knochenrelief des Oberschenkelknochens (äusserer Kondylus) reibt und eine Entzündung hervorruft (Bursitis, Schleimbeutelentzündung). Diese Reibung findet während der Beugung des Knies von vorne nach hinten und bei einer Streckung von hinten nach vorne statt, daher der Name Scheibenwischer-Syndrom.
Der Tractus iliotibialis heisst so, da er anatomisch wie ein Rollladen-Streifen aussieht und 3-4 cm breit ist. Er hat seinen Ursprung am Beckenkamm und setzt distal am Schienbeinplateau an. Diese anatomische Struktur hat die Funktion eines starken äusseren Stützbands und stabilisiert sowohl die Hüfte als auch das Knie. Bestimmte Morphotypen können durch das Tractus-Iliotibialis-Symptom entstehen, wie zum Beispiel X- oder O-Beine, oder eine natürliche Hyperelastizität (exzessive Dehnbarkeit der Gelenke), fehlende muskuläre Dehnbarkeit oder ein stark ausgeprägtes Knochenrelief. Da das Syndrom allerdings während der Bewegung auftritt und hier vor allem beim Joggen oder Abwärtsgehen, gibt es natürlich eine biomechanische Erklärung für diese Erkrankung.
Der fHL tritt bei allen Tractus-Iliotibialis-Syndromen auf und spielt eine grosse Rolle beim Entstehen der Schmerzen. Der Fersenansatz auf der äusseren Seite und das harte Aufkommen verstärken die zusätzliche Spannung auf den Tractus und die Reibungskräfte sind grösser. Sich wiederholende Bewegungsmuster erzeugen zwischen der Sehne und dem Knochen eine Entzündung der Gleitschicht, eine schmerzhafte Bursitis. Wenn man die entsprechende sportliche Tätigkeit eine Weile lang aussetzt, führt dies oft zum Verschwinden der Symptome, die bei einer Wideraufnahme aber zurückkommen. Die Schmerzen sind am Tag nach der Belastung manchmal sehr stark und können bis hin zum Humpeln führen. Die für den fHL entwickelte konservative Behandlung ist häufig effizient. Für Läufer kann eine Bewegungsanalyse auf einer Plattform sowie eine dynamische podologische Bilanz nützlich sein, um die Aktivitäten zu den bestmöglichen Bedingungen weiterzuführen.
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Tractus-Iliotibialis-Syndrom
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