Laut einer im Jahr 2020 von der Harvard-Universität veröffentlichten Studie ist in den USA bei 100’000 bis 200'000 Fällen von Bänderläsionen des Knies das vordere Kreuzband (VKB) betroffen. 75% der Verstauchungen werden durch Non-Contact-Traumata bei sportlichen Aktivitäten wie Ball-, Gleit-, Kampf - oder Gymnastiksportarten hervorgerufen. Die Verstauchung wird dabei entweder durch eine heftige Verlangsamung verursacht, verbunden mit einer Richtungsänderung, die das Knie destabilisiert oder durch das Aufkommen nach einem Sprung, wobei das Knie in Valgusstellung nachgibt. Diese heftige Bewegung kommt von einer Kippbewegung des Fusses in Pronation, die das Knie in eine infernale Spirale des Valgus und Innerer Tibialrotation treibt: den «medial collapse» des Knies.
Dieser Mechanismus liegt den meisten der vorderen Kreuzbandrisse des Knies zu Grunde. Unsere Laufanalysen des Fussabdrucks auf der Laufplattform haben erwiesen, dass das starke Abkippen des Fusses in Pronation für den fHL typisch ist. Da die Bevölkerung heutzutage einem erhöhten Rückfallrisiko ausgesetzt ist, empfehlen wir, die Tenolyse des FHL mit einer ACL-Rekonstruktion zu verbinden, um die Prognose des Knies zu verbessern. Eine retrospektive Studie, die mittel-und langfristige Resultate dieser Kombination bei mehr als 120 Fällen analysiert, ist gerade in Arbeit.
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